Mittwoch, 7. Januar 2026

Entrepreneurship im Gespräch. Über unternehmerische Haltung und Verantwortung

Von Thomas Loer und Ludwig Paul Häußner herausgegeben ist der Band

Entrepreneurship im Gespräch. Über unternehmerische Haltung und Verantwortung

Das Buch entfaltet dialogisch das Thema Entrepreneurship und arbeitet die Bedeutung unternehmerischer Verantwortung heraus. Die Beiträge von Wissenschaftlern und Praktikern ehren das Vermächtnis von Götz W. Werner, dem als Gründer von dm-drogerie markt erfolgreichen Unternehmer, akademischen Lehrer und engagierten Bürger, und bieten praktisch fundierte und wissenschaftlich erläuterte Einsichten in die Entfaltung und Förderung von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung. Das im Zentrum stehende Gespräch wechselt lebendig zwischen praxisnahen Beispielen und begrifflichen Reflexionen und regt dazu an, über die traditionellen Grenzen von Wirtschaft und Bildung hinauszudenken. In den weiteren Beiträgen wird diskutiert, wie sich unternehmerische Haltung und Verantwortung entfalten und wie sie in einer sich wandelnden Welt gefördert werden können – etwa indem unternehmerisches Denken als pädagogisches Prinzip in Bildungseinrichtungen integriert wird. Auch wird das unternehmerische Selbstverständnis und die Rolle von Unternehmen für das Gemeinwohl soziologisch betrachtet. Der Ausspruch "Unternehmer sind Realträumer" von Götz Werner wird in einem Beitrag objektiv-hermeneutisch analysiert.

Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis – dritter Band erschienen

Als dritter Band der Reihe OHWP ist erschienen:

Deutungsmuster und Habitus rekonstruieren Das Deutungsmuster der libertären Selbstbezogenheit bei Gegnern der Corona-Maßnahmen und korrespondierende Habitus

Ute Fischer (FH Dortmund) und Thomas Loer führen mit diesem Buch detailliert in die objektiv-hermeneutische Rekonstruktion der zentralen Gegenstände Deutungsmuster und Habitus und in die entsprechende Begrifflichkeit ein. Konstitutionstheorie und Methodologie der Objektiven Hermeneutik werden fundiert und fasslich dargestellt. Angesichts der Krise, die die Sars-CoV-2-Pandemie bedeutet hat, und der dagegen ergriffenen Maßnahmen, werden diesbezügliche Deutungsmuster und Habitus untersucht. Hierfür werden die mit der Pandemie gegebenen Deutungs- und Handlungsprobleme herausgearbeitet und dann das Datenmaterial – schriftliche Stellungnahmen von und Forschungsgespräche mit Gegnern der Maßnahmen – einer objektiv-hermeneutischen Analyse unterzogen. Die Analyse führt in die Rekonstruktion von Deutungsmustern und Habitus ein und arbeitet die beiden Begriffe so heraus, dass bisherige theoretische Unklarheiten überwunden werden. Als spezifisches Deutungsmuster der Maßnahmengegner wird dasjenige der libertären Selbstbezogenheit identifiziert. – Eine Liste publizierter objektiv-hermeneutischer Arbeiten zu Deutungsmuster und Habitus sowie ein Glossar ergänzen die Darstellung.

Sonntag, 24. August 2025

Exerzitium objektiv-hermeneutischer Photoanalyse

 Außerdem ein kleines Exerzitium objektiv-hermeneutischer Photoanalyse:

Loer, Thomas (2025): Kunst der Beratung. Skizze zu einem Photo. In: Supervision 43(2) (Vier Wände, große Wirkung – Die Rolle der Räume in der Beratung; Heftverantwortliche: Ahuti Alice Müller, Mirjam Weigand, Ullrich Beumer & Andreas Nolten): 16 f.

Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie

Neu erschienen ist ein Handbuchartikel zur Kunstsoziologie:

Loer, Thomas (2025): Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie. In: Bosch, Aida; Hieber Lutz; Steuerwald, Christian (eds.): Handbuch Soziologie der Künste. Wiesbaden: Springer VS (https://doi.org/10.1007/978-3-658-34083-4_95-1)
 
Zusammenfassung: Nach einer knappen Darstellung allgemeiner Aspekte von Konstitutionstheorie, Methodologie, Methode und Kunstlehre der Objektiven Hermeutik wird der zugrunde liegende Begriff der Kunst entfaltet. Eine exemplarische Analyse eines Gemäldes veranschaulicht dann materialhaltig die Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie.


Donnerstag, 29. August 2024

Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis | Stand der Dinge

In Kürze fertiggestellt werden folgende Bände:

 
Scheid, Claudia (vsl. 2024): Kinderzeichnungen analysieren [Arbeitstitel]
 
In Bearbeitung sind folgende Bände:

Ritter, Bertram (vsl. 2025): Klinische Soziologie und Fallverstehen im Praxisfeld der Hilfen zur Erziehung. Eine anwendungsorientierte Einführung in die Objektive Hermeneutik anhand von Analysen verschiedener Datentypen in Fallkontexten (mit Beiträgen von Thomas Loer)

Köck-Maier, Nicole; Loer, Thomas: (vsl. 2026): Literatur analysieren I, Epik. Eine Einführung am Beispiel von Chimamanda Ngozi Adichies „Half of a Yellow Sun“ und einer Kurzgeschichte von Albert Chinụalụmọgụ Achebe (unter Mitarbeit und mit Beiträgen von Thomas Loer)

Donnerstag, 27. Juli 2023

Handbuch Objektive Hermeneutik erschienen

Zu Beginn dieses Jahres erschien das Handbuch Objektive Hermeneutik:

Franzmann, Andreas; Rychner, Marianne; Scheid, Claudia; Twardella, Johannes (ed.) (2023): Handbuch Objektive Hermeneutik. Wiesbaden: Barbara Budrich

zum Inhalt und zu Auszügen aus der Einleitung

s. auch:

zur Analyse von Photographien 

zur Analyse von Gemälden 

zur Analyse von Videos

Anmerkungen zum Handbuch Objektive Hermeneutik

Einige Aspekte des Handbuchs Objektive Hermeneutik*) erfordern eine Ergänzung bzw. Korrektur:

(1) Zum verdienstvollen Abdruck von Oevermann: Fallrekonstruktion und Strukturgeneralisierung (S. 47-82)

(a) Hier wurden – ohne editorische Erwähnung – die Unterstreichungen des Originals getilgt; insofern ist zu empfehlen, vergleichend auf das zwar lediglich als 'graues Papier' erschienene, aber vielzitierte Original zurückzugreifen (was allerdings leider durch die fehlende Seitenkonkordanz erschwert wird).

(b) Zu den nicht gefundenen Literaturhinweisen:

(i) Hommage (S. 81, Fn. 10):

Oevermann, Ulrich (1976): Piagets Bedeutung für die Soziologie. In: Hommage à Jean Piaget zum achtzigsten Geburtstag, Stuttgart: Klett, 36-41

(ii) Versozialwissenschaftlichte (S. 81, Fn. 9):

Es dürfte sich um eine Vorfassung des folgenden Textes handeln (wie wir wissen, arbeitete Oevermann seine Texte über Jahre hinweg aus und um, bis sie irgendwo öffentlich wurden):

Oevermann, Ulrich (1988): Eine exemplarische Fallrekonstruktion zum Typus versozialwissenschaftlichter Identitätsformation. In: Brose, Hanns Georg; Hildenbrand, Bruno (ed.), Vom Ende des Individuums zur Individualität ohne Ende, Opladen: Leske + Budrich, 243-286

(iii) Hermeneutik als (S. 81, Fn. 9): Es dürfte sich um eine Vorfassung der folgenden Texte handeln:

Oevermann, Ulrich (1990): Strukturale Hermeneutik als methodologische Grundlage für „Theorien der Subjektivität". Oldenburg (Vortrag zum Symposium „Verstehen und Methoden", in Oldenburg, am 6[.]9[.] 1990; Tpskr.; 78 S. + 12 S. (Zum Begriff der Lebenspraxis in der objektiven Hermeneutik) + 9 S. (Die Verfahren der Sequenzanalyse und die Fallrekonstruktion: Über den inneren Zusammenhang von objektiver Hermeneutik und Theorien der Individuierung und der Geschichte))

bzw.:

Oevermann, Ulrich (1992): Die objektive Hermeneutik als unverzichtbare methodologische Grundlage für die Analyse von Subjektivität. Zugleich eine Kritik der Tiefenhermeneutik. o. O. [Frankfurt/M.] (Tpskr., Oktober 1992; 48 S.)

bzw.:

Oevermann, Ulrich (1993): Die objektive Hermeneutik als unverzichtbare methodologische Grundlage für die Analyse von Subjektivität. Zugleich eine Kritik der Tiefenhermeneutik. In: Jung, Thomas; Müller-Doohm, Stefan (ed.), „Wirklichkeit“ im Deutungsprozeß. Verstehen und Methoden in den Kultur- und Sozialwissenschaften, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 106-189

(2) Zur Einleitung (und auch zum Vorwort):

(a) Der Abschnitt über das Principle of Charity (S. 39) ist irritierend, da dort der Sache nach über die methodische Sparsamkeitsregel geredet wird. Das Principle of Charity betrifft aber gerade das alltagspraktische Verstehen und steht insofern dem Wörtlichkeitsprinzip entgegen.**)

(b) Die Frage des sogenannten Genderns wird behandelt als sei es eine Frage der Meinung, wie es etwa im Vorwort auf S. 12 erscheint, und gäbe keine Argumente. Dies ist für eine Methode wie die Objektive Hermeneutik, für die die regelkonstituierte objektive Bedeutung zentral ist, unangemessen. So werden etwa Rolle und Person zur „forschende[n] Person“ (S. 409) amalgamiert, wo im Feld der Soziologie zwischen beiden Begriffen doch klar zu unterscheiden ist; offenkundig falsch ist es, wenn dort, wo nun wirklich „Geschlechtsidentität […] zu den begrifflichen Merkmalen [zählt], auf die es ankommt“, um „potentielle Referenzentitäten begrifflich [zu] charakterisieren“ (Zifonun), nämlich beim Frauentausch, dieses Merkmal unterschlagen wird („Austausch von Menschen zwischen an sich fremden sozialen Gruppen“ – Einleitung S. 25).

(c) Das Verhältnis von Methode und Kunstlehre bleibt unklar: s. etwa „Methoden- und Kunstlehre“ (S. 15), weiteres: S. 15, 37, „methodische[..] Kunstlehre“ (S 41).***)

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*) Franzmann, Andreas; Rychner, Marianne; Scheid, Claudia; Twardella, Johannes (ed.) (2023): Handbuch Objektive Hermeneutik. Wiesbaden: Barbara Budrich.

**) s. den Exkurs dazu in: Loer, Thomas (2021): Interviews analysieren. Eine Einführung am Beispiel von Forschungsgesprächen mit Hundehaltern. Wiesbaden: Springer VS [Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis], S. 118

***) Vgl. aber etwa den Abschn. „Kontistutionstheorie und Methodologie, Methode und Kunstlehre“ in Loer 2021, S. 24-26