Mittwoch, 14. Oktober 2026

Korrekturnotiz zu den Bänden der Buchreihe OHWP

   

In allen drei bereits erschienenen Bänden der Reihe Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis findet sich ärgerlicherweise ein Fehler, auf den Sascha Liebermann (Alfter) mich dankenswerterweise aufmerksam machte: Im Glossar wird das Prinzip der Totalität als „methodisches Prinzip“ bezeichnet (2021, S. 178–179, 2023, S. 168–169; 2025, S. 406). Dieses Prinzip muss aber, so wie Oevermann es formuliert – die entsprechenden Zitate finden sich in den Glossars –, als ein Prinzip der Kunstlehre angesehen werden, denn es hilft forschungspsychologisch dabei, die Totalität der Bedeutungsstruktur tatsächlich zu erfassen (s. 2021, S. 172–173, 2023, S. 162–163; 2025, S. 401–402). – Die Formulierung dieser Klarstellung verweist allerdings auf eine Ambivalenz, die vermutlich den Fehler begünstigt hat: Bei Oevermann selbst findet sich die Unterscheidung zwischen Prinzipien der Kunstlehre und Regeln der Methode nicht explizit und was Oevermann zum Prinzip der Totalität schreibt, lässt sich besser doch auch unter das Prinzip der extensiven Sinnauslegung als ein Prinzip der Kunstlehre (2021, S. 176–177, 2023, S. 166–167; 2025, S. 404) fassen. Die Bezeichnung ‚Totalität‘ könnte so für eine methodische Totalitätsregel reserviert werden, die eben besagt, dass es gilt, die Bedeutungsstruktur in ihrer Totalität zu erfassen, und aufzeigt, wie dies methodisch zu erreichen ist. – Diese hier nur vorläufig formulierte Korrektur auszuarbeiten und die Unterscheidung von Kunstlehre und Methode weiter zu klären wird Gegenstand eines eigenen kleinen Artikels sein.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Entrepreneurship im Gespräch. Über unternehmerische Haltung und Verantwortung

Von Thomas Loer und Ludwig Paul Häußner herausgegeben ist der Band

Entrepreneurship im Gespräch. Über unternehmerische Haltung und Verantwortung

Das Buch entfaltet dialogisch das Thema Entrepreneurship und arbeitet die Bedeutung unternehmerischer Verantwortung heraus. Die Beiträge von Wissenschaftlern und Praktikern ehren das Vermächtnis von Götz W. Werner, dem als Gründer von dm-drogerie markt erfolgreichen Unternehmer, akademischen Lehrer und engagierten Bürger, und bieten praktisch fundierte und wissenschaftlich erläuterte Einsichten in die Entfaltung und Förderung von Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung. Das im Zentrum stehende Gespräch wechselt lebendig zwischen praxisnahen Beispielen und begrifflichen Reflexionen und regt dazu an, über die traditionellen Grenzen von Wirtschaft und Bildung hinauszudenken. In den weiteren Beiträgen wird diskutiert, wie sich unternehmerische Haltung und Verantwortung entfalten und wie sie in einer sich wandelnden Welt gefördert werden können – etwa indem unternehmerisches Denken als pädagogisches Prinzip in Bildungseinrichtungen integriert wird. Auch wird das unternehmerische Selbstverständnis und die Rolle von Unternehmen für das Gemeinwohl soziologisch betrachtet. Der Ausspruch "Unternehmer sind Realträumer" von Götz Werner wird in einem Beitrag objektiv-hermeneutisch analysiert.

Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis – dritter Band erschienen

Als dritter Band der Reihe OHWP ist erschienen:

Deutungsmuster und Habitus rekonstruieren Das Deutungsmuster der libertären Selbstbezogenheit bei Gegnern der Corona-Maßnahmen und korrespondierende Habitus

Ute Fischer (FH Dortmund) und Thomas Loer führen mit diesem Buch detailliert in die objektiv-hermeneutische Rekonstruktion der zentralen Gegenstände Deutungsmuster und Habitus und in die entsprechende Begrifflichkeit ein. Konstitutionstheorie und Methodologie der Objektiven Hermeneutik werden fundiert und fasslich dargestellt. Angesichts der Krise, die die Sars-CoV-2-Pandemie bedeutet hat, und der dagegen ergriffenen Maßnahmen, werden diesbezügliche Deutungsmuster und Habitus untersucht. Hierfür werden die mit der Pandemie gegebenen Deutungs- und Handlungsprobleme herausgearbeitet und dann das Datenmaterial – schriftliche Stellungnahmen von und Forschungsgespräche mit Gegnern der Maßnahmen – einer objektiv-hermeneutischen Analyse unterzogen. Die Analyse führt in die Rekonstruktion von Deutungsmustern und Habitus ein und arbeitet die beiden Begriffe so heraus, dass bisherige theoretische Unklarheiten überwunden werden. Als spezifisches Deutungsmuster der Maßnahmengegner wird dasjenige der libertären Selbstbezogenheit identifiziert. – Eine Liste publizierter objektiv-hermeneutischer Arbeiten zu Deutungsmuster und Habitus sowie ein Glossar ergänzen die Darstellung.

Sonntag, 24. August 2025

Exerzitium objektiv-hermeneutischer Photoanalyse

 Außerdem ein kleines Exerzitium objektiv-hermeneutischer Photoanalyse:

Loer, Thomas (2025): Kunst der Beratung. Skizze zu einem Photo. In: Supervision 43(2) (Vier Wände, große Wirkung – Die Rolle der Räume in der Beratung; Heftverantwortliche: Ahuti Alice Müller, Mirjam Weigand, Ullrich Beumer & Andreas Nolten): 16 f.

Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie

Neu erschienen ist ein Handbuchartikel zur Kunstsoziologie:

Loer, Thomas (2025): Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie. In: Bosch, Aida; Hieber Lutz; Steuerwald, Christian (eds.): Handbuch Soziologie der Künste. Wiesbaden: Springer VS (https://doi.org/10.1007/978-3-658-34083-4_95-1)
 
Zusammenfassung: Nach einer knappen Darstellung allgemeiner Aspekte von Konstitutionstheorie, Methodologie, Methode und Kunstlehre der Objektiven Hermeutik wird der zugrunde liegende Begriff der Kunst entfaltet. Eine exemplarische Analyse eines Gemäldes veranschaulicht dann materialhaltig die Objektive Hermeneutik als Methode der Kunstsoziologie.


Donnerstag, 29. August 2024

Objektive Hermeneutik in Wissenschaft und Praxis | Stand der Dinge

In Kürze fertiggestellt werden folgende Bände:

 
Scheid, Claudia (vsl. 2024): Kinderzeichnungen analysieren [Arbeitstitel]
 
In Bearbeitung sind folgende Bände:

Ritter, Bertram (vsl. 2025): Klinische Soziologie und Fallverstehen im Praxisfeld der Hilfen zur Erziehung. Eine anwendungsorientierte Einführung in die Objektive Hermeneutik anhand von Analysen verschiedener Datentypen in Fallkontexten (mit Beiträgen von Thomas Loer)

Köck-Maier, Nicole; Loer, Thomas: (vsl. 2026): Literatur analysieren I, Epik. Eine Einführung am Beispiel von Chimamanda Ngozi Adichies „Half of a Yellow Sun“ und einer Kurzgeschichte von Albert Chinụalụmọgụ Achebe (unter Mitarbeit und mit Beiträgen von Thomas Loer)